Archiv | Juni, 2011

Coming up next: Arne Rautenberg

30 Jun
Der Kieler Dichter Arne Rautenberg Foto Birgit Rautenberg

Der Kieler Dichter Arne Rautenberg liebt den Blick in die Weite, wenn ihm nichts mehr den Blick verstellt. Foto Birgit Rautenberg

Neuer Monat, neues Motto: Der Kieler Schriftsteller und Künstler Arne Rautenberg bloggt am Sonntag „Unter Wasser“ – und hat unter diesem Motto ein Kiel-Gedicht verfasst. Darüber hinaus lässt er tief blicken, wenn er über sein Innerstes schreibt – und verrät, wo er sich in Kiel neuen Lebensschwung holt und wie gut ihm der Blick über die Förde tut.

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Der Rausch ist vorbei

26 Jun

Von Andre Nagel 

Andre Nagel

Andre Nagel

Die Müllabfuhr ist durch und die Linie 61 der KVG fährt ihre erste Tour durch die Eggerstedtstraße, doch nach Hause gehen wir nicht. Im Tageslicht, welches schon vor längerer Zeit die Spuren der vergangenen Nacht offengelegt hat, lassen wir die Kieler Woche Revue passieren.

Eigentlich war alles wie immer. Lotto hat als Zugabe „Hamburg meine Perle“ gesungen, eine Regenjacke war unerlässlich, die Krakauer war viel zu lange auf dem Schwenkgrill, das Design vom offiziellen Plakat sorgte für Diskussionen, die Bratnudeln am Alten Markt waren die perfekte letzte Mahlzeit zur Nacht, auch in Schilksee sieht man nicht viel vom Segelwettkampf, das beste Bier kommt bei den meisten scheinbar aus dem eigenen Rucksack und am Ende landen wir doch alle hier. Zur linken das Schloß, vor uns das Osho, hinter uns Diskomusik durch verschwitzte Scheiben wummernd und rechts Karstadt. Moment, da klafft ja nur noch eine Ruine mit Abrissbaggern, und glaubt man den vielen Planungsmodellen für die Innenstadt, dann findet sich bald überall Baustaub und ein Konsumtempel neben dem nächsten.

 

„Auch noch ’n Bier?“, schallt es von der anderen Straßenseite und reißt mich aus den Zukunftsgedanken über die Landeshauptstadt. Vielmehr, es wirft mich zurück in die Vergangenheit, denn in dieser einen Woche trifft man bekannte und mittlerweile unbekannte Gesichter wieder. Das nur durch Nicken angenommene Angebot für ein Frühstücksbier spült schließlich mehrere ehemalige Klassenkameraden an den letzten noch aufgebauten Tresen und man holt die Geschichten vergangener Tage raus, verspricht sich zu melden und mal wieder einen draufzumachen, wie damals. Ein Abkommen für ein paar Stunden, gültig bis zur Abfahrt auf die A 215.

Party auf der Eggerstedtstraße

"Am Ende landen wir doch alle hier": Während der Kieler Woche verwandelt sich die Eggerstedtstraße in eine Partymeile. Foto August

Dann lieber die neuen Nummern im Handy checken und versuchen diese irgendwelchen Gesichtern zuzuordnen. Maria? Ah, die Spanierin vom Internationalen Markt – die mit ihrem großzügig ausgeschenktem Rioja den Wortschatz meines schätzungsweise zehn Jahre zurückliegenden VHS-Kurs „El nuevo curso I“ wieder komplett hervorgeholt und noch verbessert hat, für ein paar Stunden und anschließend vergessen, bis zur nächsten Kieler Woche. Die beginnt übrigens 2012 noch früher, Soundcheck ist dann bereits am 15. Juni!

Wie immer eine Woche für neue Bekanntschaften, eine Woche für das Treffen mit der Vergangenheit, eine Woche voller Geschichten und am Montag danach ist Kiel immer noch schön – und mehr als eine Woche, bloß nicht mehr so laut.

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Andre Nagel: Erster und derzeit einzig aktiver Schreiberling auf dem seit 2005 bestehenden Blog Unten am Hafen, Magister der Pädagogik und doch bei der schreibenden Zunft gelandet. Immer nördlich der Elbe im Leben gewandelt, alle Lebensaufträge von Vatern nicht erfüllt (Heilpraktiker werden oder reich heiraten) – und Enkelkinder hat er auch noch keine.

Coming up next: Andre Nagel

23 Jun
Andre Nagel

Andre Nagel bloggt am Sonntag über seine nächtlichen Erfahrungen auf der Kieler Woche.

Erster und derzeit einzig aktiver Schreiberling auf dem seit 2005 bestehenden Blog Unten am Hafen, Magister der Pädagogik und doch bei der schreibenden Zunft gelandet. Immer nördlich der Elbe im Leben gewandelt, alle Lebensaufträge von Vatern nicht erfüllt (Heilpraktiker werden oder reich heiraten) – und Enkelkinder hat er auch noch keine, dafür fehlte bislang die passende Frau.  Zumindest bis zur Kieler Woche…

Party on!

*das KN-online-Team

Zeit steht und vergeht

19 Jun
Nur so 13 Grad in Vammen. Aber schön grün! Foto: Denker

Nur so 13 Grad in Vammen. Aber schön grün! Foto: Denker

Von Doris Denker

Nun sitze ich hier, bei 13 Grad in Vammen. Wo ist das denn bitte sehr? Was mache ich hier eigentlich? Mitten in Dänemark, Nord- und Ostsee sind weit weg. Vor 28 Jahren hat mein Liebster hier eine Französin kennengelernt. Französisches Wetter fühlt sich aber anders an und die „Knutschbank“ steht wohl auch nicht mehr an ihrem Platz, so ein Pech aber auch! Und trotzdem: irgendwie gefällt mir dieser Campingplatz. Ein „hyggeliger“ Ort mit einer wunderbaren Aussicht auf einen schönen langen See. Der Regen tropft auf das Zelt – ständig. Es ist Sommerurlaub, muss ich mir immer wieder einreden und dennoch bin ich endlich weit weg vom Alltag, von allem. Meinen Job schon vergessen, die Füße nass und irgendwie bin ich glücklich in diesem „Nichts“. Mit uns teilen ein paar holländische Stammgäste, eine Katze, die Elster „Rudolph“ und eine Gänsefamilie diesen Platz. Nun sind wir schon über eine Woche hier. Mein Liebster fragt mich, ob wir abreisen sollen? Nein, abreisen kommt nicht in Frage. Es gibt hier ein „Feuerhaus“. Hier trockne ich mir die Füße und bekomme nach einer musikalischen Darbietung einen „Musikerschnaps“. Die Zutaten wachsen alle an diesem Ort, lecker und heiß fließt er die Kehle hinunter. Bloß nicht zu viel davon! Wir sitzen in diesem warmen Haus, die Wände geschmückt mit antikem, bäuerlichen Tand und Alltagsgegenständen aus längst vergangenen Zeiten. Das Feuer knistert munter vor sich her, während es draußen „Bindfäden“ regnet. Da kommen einem schon so Gedanken. Ein neues Lied! Vielleicht?! Mein Liebster spielt Gitarre und die Gäste lauschen unserer Musik. Auch die Katze fühlt sich wohl und das Feuer knistert immer noch und meine Gedanken auch. Ich denke an ein neues Lied, ein Text über die Zeit die steht und vergeht. Wie spät ist es jetzt eigentlich? Handy aus und keine Uhr dabei. Ist doch auch egal, wann gönnen wir uns eigentlich noch „Zeitlosigkeit“? Das hier dauert nun schon mehr als eine Woche lang. Morgens 8.30 Uhr, Harm-Wulff, der gute Geist des Platzes (und beinahe das „Dänische Supertalent 2010“, unglaublich!), bläst auf seinem Jagdhorn. Die selbstgebackenen Brötchen sind fertig, wir wollen frühstücken.

Paula am Meer am Meer. Foto: privat

Paula am Meer am Meer. Foto: privat

Mehr als eine Woche (das neue Lied)

Jede Zeit ist so, wie Du sie fühlst

Ein Tag, manchmal zu lang, doch für vieles zu kurz

Eine Woche vergeht so schnell, die Zeit ist fast gerannt!

Ein Monat und Du wartest auf den nächsten ersten Neuanfang

Ein Jahr bricht an und schon ist es wieder vorbei

Ein Leben, fangen wir doch an, ist mehr als eine Woche lang

Zeit ist da, wie Du sie brauchst

Jeder Tag vergeht und reicht bis in die Nacht

Eine Woche ist nicht alles, wann fängst Du an

Reicht Deine Zeit nur eine Woche lang?

Ein Jahr bricht an und schon ist es wieder vorbei

Ein Leben, fangen wir doch an, ist mehr als eine Woche lang

Deine Zeit ist da, wie Du sie siehst

Jede Zeit vergeht, auch wenn sie steht

Lass‘ los und fang‘ zu tanzen an

Bleibt Dir auch mehr als eine Woche lang

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Doris Denker ist Sängerin und Texterin der Kieler Band „Paula am Meer“. Die Band setzt auf eigenwillige deutsche Texte und musikalisch vielfältige Eigenkompositionen. Live wird die Musik zu Filmen und Collagen auf die Bühne gebracht: eine „akustische Sehreise“ im wahrsten Sinne des Wortes!

MEHR ZUM THEMA:

Im November 2011 erscheint die neue CD/DVD „Sushi Bar“ auf dem eigenem Label – und die ersten Live-Termine der „Sushi Bar-Tour“ stehen auch schon fest;

15.10.2011 „Vorpremiere“ im Dünenhus, St. Peter-Ording

19.11.2011 „Record Release Party“ im Kieler Weinkontor

19.12.2011 „Die etwas andere Weihnachtsfeier“ im Blauen Engel, Kiel

29.01.2012 „Matinee“ im Metro-Kino, Kiel

25.02.2012 Lichthof-Theater, Hamburg (Termin in Vorbereitung)

Der Vorverlauf startet am 01.09.2011. Weitere Infos im Internet www.paulaammeer.de

Coming up next: Doris Denker

16 Jun
Doris Denker singt bei Paula am Meer.

Doris Denker singt bei Paula am Meer.

Zum Start der Kieler Woche beehrt uns Doris Denker von Paula am Meer. Mitten im Urlaub hat sie einen Text für uns geschrieben – und sogar gleich ein Lied daraus gemacht. Denn Kiel ist mehr als nur ’ne Woche! Klickt euch am Sonntag rein!

Es grüßt (genervt vom Regen)

*das KN-online-Team

Die Krusenkoppel und ihre vielen Gesichter

12 Jun
Sarah Roloff, ein Selbstporträt

Sarah Roloff, ein Selbstporträt

Die Krusenkoppel im Winter - ein Paradies für Schlittenfahrer...

Die Krusenkoppel im Winter - ein Paradies für Schlittenfahrer...

Matschige Füße gibts im Frühjahr

Matschige Füße gibts im Frühjahr

Malen, basteln, hämmern - ein Kinderparadies zur Kieler Woche

Malen, basteln, hämmern - ein Kinderparadies zur Kieler Woche

Geschenke von oben regnet es im Herbst

Geschenke von oben regnet es im Herbst

Zum Jahresabschluss ein himmlischer Blick über die Förde

Zum Jahresabschluss ein himmlischer Blick über die Förde

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Sarah Roloff, 1982 in Preetz geboren, aber im Herzen eine Kielerin, hat in der Landeshauptstadt das Studium „einer nicht weiter nennenswerten Wissenschaft“ abgebrochen, eine Ausbildung zur Buchbinderin gemacht und eine Weile als solche gearbeitet, bevor es sie nach Hamburg verschlug, wo sie jetzt Illustration studiert. Sarah Roloff macht ihren Blog „Ranokel“ zum Skizzenbuch. Darin zeigt sie seit Januar 2010 woran sie gerade arbeitet – eigene Zeichenprojekte, Arbeiten fürs Studium, kleine Animationen.

Coming up next: Sarah Roloff

9 Jun
Sarah Roloff, ein Selbstporträt

Sarah Roloff, ein Selbstporträt

KN-online konnte für Sonntag die begabte Zeichnerin, Illustratorin und Filmemacherin Sarah Roloff gewinnen: Die Kielerin, die in Hamburg Illustration studiert, macht ihren Blog „Ranokel“ zum Skizzenbuch. Darin zeigt sie seit Januar 2010 woran sie gerade arbeitet – eigene Zeichenprojekte, Arbeiten fürs Studium, kleine Animationen.

Sie schaut am Sonntag „Auf einen Blog“ vorbei – und skizziert ihren persönlichen Blick auf die Kieler „Krusenkoppel im Wandel eines Jahres“.

Viel Spaß!